|
 
Keine Angst vor Loris
Mit diesen Zeilen möchte ich bisher unentschlossenen Loriliebhabern Mut zur Haltung und Zucht von Loris machen.
Seit meiner Umstellung der Zucht im Jahre 1992 kann ich nur positives über diese Vogelart berichten und habe den Entschluss zu keiner Zeit bereut.
Beflügelt von den Loriabteilungen des Loro Parks, des Vogelparks Walsrode und diversen Vogelausstellungen keimte das besondere Interesse langsam heran.
Als jahrzehntelanger erfolgreicher Züchter von Zwergpapageien dauerte mein Entschluss aber doch mehrere Jahre.
Haupthindernis war die spezielle Fütterung, weniger der vermutlich größere Reinigungsaufwand.
Aufgrund der sich häufenden Berichte in Fachzeitschriften und der Tatsache, dass Nachzuchten von erfolgreichen Züchtern zu bekommen waren, wurde der Anfang gemacht.
Über Züchteranzeigen kam ich in Kontakt mit Herrn Rüdiger Neff, von dem ich zuerst 2,2 Goldstrichelloris und später 2,2 Schönloris erwarb.
Danach ist der Bestand auf über 30 Loris verschiedener Arten angewachsen.
Als besonders positiv empfand ich, dass Herr Neff nicht nur Vögel veräusserte, sondern umfassende Informationen und Tipps zur Unterbringung, Haltung, Fütterung und Gesunderhaltung weitergab.
Dies ist leider (zum Nachteil der Tiere) unter Vogelliebhabern nicht immer so.
In den Übergangsjahren `92 bis `94 wurden die Zwergpapageien ab- und der Loribestand aufgebaut. Von vornherein bestand Klarheit, dass die bisherigen Käfige für Lori ungeeignet sind.
Der anschliessende Umbau meines Vogelhauses und die strikte Einhaltung der Tipps, führte bis heute zu einer erfolgreichen und verlustarmen Lorizucht.
Positiv war das Vorhandensein von Loris bereits in der Übergangszeit. Nach und nach konnte so das Verhalten studiert werden und die ideale Unterbringungsmöglichkeit erkundet werden.
Heute sind meine Vögel in leicht zu reinigenden Kastenkäfigen in den Größen 2,00 x 0,75 x 0,80 und 2,40 x 1,00 x 1,20 untergebracht.
Einige bewohnen eine angrenzende Aussenvoliere. Die Räume sind ca 20° beheizt und haben eine gute Durchlüftung.
Wenn dann noch auf richtige Anbringung der Sitz- und Knabberäste geachtet wird, ist die Lorihaltung eine wahre Freude.
Vor allem, wenn sich auch noch der erhoffte Nachwuchs einstellt.
Der erste Goldstrichellori wurde noch im Jahr des Erwerbs gezogen, auf den ersten Schönlori muste schon 4 Jahre geduldig gewartet werden. Danach zogen Meyers gelbgrüne Loris, Mount Apoloris, Josefinenloris, Veilchenloris, Blaukappenloris und Arfakloris erfolgreich Nachwuchs auf.
Wie bei den anderen Vogelarten auch, haben alle ihre eigenen Besonderheiten und Bedürfnisse.
Oftmals sind es Kleinigkeiten, die zum Erfolg oder Misserfolg führen. Von Vorteil ist es, wenn die Paare sich selbst zusammen finden können, was leider aus Kostengründen nicht immer zu realisieren ist.
Im Interesse der Arterhaltung wäre zu wünschen, wenn bisher Unentschlossene sich zur Lorihaltung entschließen könnten.
Sie sind es wert und machen mehr Freude als Arbeit.
Veröffentlicht: AZ-Nachrichten 5/99; DKB-Der Vogelfreund 9/05.
|