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Bergzierlori

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Haltung und Zucht der Bergzierloris, Oreopsittacus, arfaki major

 

Heimat:

Der von mir gehaltene große Bergzierlori ist die größte der drei Unterarten der Berg- oder Arfakloris.

Er ist in Neuguinea beheimatet und bewohnt die oberen Berg- und Nebelwälder sowie Waldsäume in Höhen zwischen 1700 und 3650 m über NN.

Das dortige Klima darf allerdings nicht mit unserem mitteleuropäischen verglichen werden.

Starke Nachtfröste treten z. B. erst bei etwa 3350 m auf. Über die Lebensweise auf Neuguinea ist leider immer noch wenig bekannt. Entsprechend groß war die Hinfälligkeit dieser Art bei früheren Importen.

Selbst der Loro Parque auf Teneriffa hält und züchtet diese Art erst seit 1999.

Haltung und Fütterung :

Auch die Arfakloris werden in den bereits von mir beschriebenen nur nach vorne offenen Kistenkäfigen gehalten und gezüchtet.

(Länge 200 cm, Tiefe 75 cm, Höhe 75 cm)

Der Boden ist mit Buchen- oder Fichtensägespänen eingestreut. Als Sitzstangen werden nur Naturäste verschiedener Stärke verwendet und ständig erneuert. Alle Boxen werden von innen mit 30 Watt Leuchtstoffröhren ca 14 Std. täglich beleuchtet. Wegen der besseren Verträglichkeit wurden Lampen mit dimmbaren elektronischen Vorschaltgeräten eingebaut.

Die Gefäße für Futter und Wasser befinden sich an der Vorderseite in entsprechenden Badegefäßen. Damit lassen sich die an und für sich bereits geringen Verschmutzungen noch weiter reduzieren.

Gefüttert wird als Grundfutter die bereits bei den Blaukäppchen beschriebene Mischung, auch als "Neff-Lorisuppe" bekannt. Bei einer Gesamtmenge von z.B. 300 ml werden von diesem 200 ml genommen und 100 ml Wasser und 16 gr. Nektarplus von der Fa. Enderle zugegeben.

Davon erhält 1 Paar Arfakloris täglich regelmäßig um 6.30 Uhr 50 ml.

Zusätzlich wird ein Stück Apfel, Birne oder Weintraube auf einen Ast gespießt ständig angeboten

Das ebenfalls bereits beschriebene Trockenfutter wird im Naschnapf gereicht. Regelmäßig aber nur während der Aufzucht.

Ausser den Naturästen erhalten sie Fichtenzweige, Vogelmiere, Kreuzkraut und Blätter und Blüten vom Löwenzahn.

Sephia-Schale wird ebenfalls ständig angeboten und gerne aufgenommen.

Da diese Loriart zu den ruhigsten und saubersten gehört, hält sich auch der Reinigungsbedarf in Grenzen. Eine komplette Reinigung des angegebenen Kistenkäfigs ist in der Regel nach sechs bis acht Wochen fällig. Dazwischen müssen allerdings bestimmte Stellen und die Futterplätze ständig kontrolliert und gereinigt werden. Futter-und Badeschalen sind täglich zu waschen.

Wie bei den anderen Loriarten wird 3 - 4 mal jährlich Nystatin von Lederle in den Brei gegeben. Pilzbefall oder andere Unpässlichkeiten wurden bei meinen Vögeln bisher nicht festgestellt.

Trotzdem rate ich seit dem heissen Sommer 06 zu regelmäßigen Kotuntersuchungen, damit evtl. auftretende Gesundheitsprobleme rechtzeitig erkannt werden können.

 

Zucht:

Meine Arfakloris erhalten seit Beginn je Paar zwei Schlaf- und Brutkästen aus Fichtenholz in den Maßen

(L 16 cm, T 15 cm, H 15 cm und L 18 cm, T 12 cm, H 13cm).

Die verschiedenen großen viereckigen Einschlupflöcher sind 4 c x 3 cm und 8 cm x 4,5 cm.

Der Raum wird auf 20 - 24 ° C beheizt. Die Luftfeuchtigkeit liegt oft unter 50 %, was m. E. nicht ausreichend ist. Wenn die Eier dann nicht zusätzlich besprüht werden, gibt es Schlupfprobleme. Inzwischen wird ein Luftbefeuchter eingesetzt, womit das Problem aber auch noch nicht optimal gelöst ist.Ansonsten verläuft die Brut meistens problemlos. Die beiden Eier werden immer im Abstand von zwei Tagen gelegt und in der Regel 22 Tage bebrütet.

Während der Aufzucht, vor allem nach der erstem Woche, steigt der Futterbedarf auf 80 - 100 ml an.

Obst - und Grünfutter wird weiter zusätzlich gegeben.

Die Beringung der Jungvögel erfolgt mit 3,8 mm Ringen zwischen dem 11. und 15. Tag. Bedingt durch die etwas zu großen Ringe.

3,5 mm wären geeigneter, siehe auch Neff GW 2/92.

Zwischen dem 43. und 47. Tag fliegen die Jungvögel in der Regel aus und werden je nach Brutstimmung des Zuchtpaares nach 17 bis 40 Tagen abgesetzt. Mit der Futteraufnahme durch die Jungvögel nach dem Absetzen gab es bisher bei ausreichender Beobachtung keine Probleme.

Schlussbemerkung:

 

Insgesamt gesehen kann ich die positiven Erfahrungsberichte von Rüdiger Neff, GW 2/1992 und

Matthias Reinschmidt, Papageien 5/2003 nur bestätigen.

Der Bergzierlori ist ausgesprochen leise, sauber und problemlos zu halten. Vorausgesetzt man hält

bestimmte Regeln der Lorihaltung ein. Erfolgreiche Nachzuchten belegen dies.

 

Veröffentlichung: AZ-Nachrichten 8/04; DKB-Der Vogelfreund 11/05; VZE-Vogelwelt 5/07.

 

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