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Haltung und Zucht der Schönloris, pl. placentis
Durchwegs gute Erfahrungen habe ich mit der Haltung und Zucht von Schönloris pl. placentis gemacht.
Zwei Paar Schönloris zogen 1992 ein,selbstverständlich wurden nur Nachzuchten über erfolgreiche Züchter bezogen. Allerdings erst 4 Jahre später stellte sich bei dieser Art Nachwuchs ein.
Vogelfreunde bewunderten meine Geduld im Umgang mit diesen Vögeln. Ich wollte jedoch nichts überhasten und lieber erst die Gewohnheiten der Vögel studieren.
Dabei spielte die Unterbringung, Fütterung, Licht und das Klima eine große Rolle.
Die Unterbringung erfolgt in dreiseitig geschlossenen Boxen mit den Maßen 2.00 m Länge, 0.75 m Tiefe und 0.75 m Höhe. Als Bodenbelag verwende ich Sägespäne.
Nur aufgrund dieser Größe kann der Abstand zwischen Sitzstange und Wand größer gehalten werden, was zu wesentlich geringerer Verschmutzung führt.
Als Sitzstangen werden ausschließlich Naturäste angebracht. Zum Beknabbern gibt es Weiden- und Fichtenzweige. Als Kalklieferant dienen Sephiaschalen.
Gefüttert wird von Anfang an das gleiche Futter. Morgens der Brei aus Haferschleim, Blütenpollen, Bierhefe, Kalkpräparat (früher Osspulvit, jetzt Nekton-MSA), Honig und Multivitamine. Abends Äpfel, Birnen und Weintrauben, je nach Jahreszeit. Das Obst wird mit Trockenfutter bestreut. Die Zusammensetzung erfolgt wie oben, nur das die Blütenpollen gemahlen werden und Traubenzucker statt Honig beigemischt wird, beides bekannt als Neff-Futtermischung.
Je nach Jahreszeit gibt es zusätzlich Vogelmiere, Hirtentäschel und Blüten vom Löwenzahn, Holunder und Jasmin.
Die Beleuchtung erfolgt von 7.00 Uhr bis 21.00 Uhr durch Leuchtstofflampen in den Käfigen. In den gut durchlüftenden Räumen schwankt die Temperatur zwischen 18 und 23 Grad, im Sommer entsprechend höher.
Innerhalb der Boxen befinden sich die Nistkästen mit den Innenmaßen 19 x 15 cm und 18 cm Höhe, das Einflugloch hat einen Durchmesser von 5 cm.
Wie beschrieben, dauerte es bis zur ersten Brut recht lange, was ich bei meinen Vögeln auf die Nistkastenanordnung zurückführe. Erst als ich den Kasten mit dem Einflugloch vom Licht abwandte kam es zur Eiablage.
Die beiden Eier werden im zwei- oder auch dreitägigen Rhythmus gelegt und in der Regel 23 Tage bebrütet.
Zwischen dem 11. und 13. Tag werden die Jungen beringt und meistens nach 10 Wochen abgesetzt. Die Fütterung und Aufzucht ist bei beiden Paaren problemlos.
Hervorzuheben ist die erfreuliche Tatsache, dass während der achtjährigen Haltung der Schönloris keine Krankheit aufgetreten ist. Selbst das häufig bekannte Federrupfen trat bisher nicht auf.
Der Schönlori ist ab dem 2. Jahr auch bestens für Ausstellungen geeignet, wenn die ausreichende Fütterung gewährleistet ist. Aufgrund meiner Anträge wurde innerhalb eines Jahres bei der AZ und dem DKB der Team-Käfig zugelassen, was den Bedürfnissen der Tiere wesentlich entgegen kam.
Seit 2002 habe ich keine Schönloris mehr im Bestand, da keine blutsfremden Linien erhältlich waren.
Veröffentlichung: AZ-Nachrichten 12/2000.
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